Werkspuren,
Zeitschrift des Schweizerischen Werklehrerinnen- und Werklehrervereins

Interview von Peter Fink

Was zeichnet Deine Arbeit aus?
Meine Neugierde und meine Liebe zu Gebrauchsobjekten. Mich fasziniert die Arbeit an Details und das riesige Spielfeld in der keramischen Technologie. Auslöser neuer Arbeiten kann einen kommender Ausstellungsort oder ein spezielles Thema sein. Die Herausforderung besteht dann in der Umsetzung dieses Zieles, so werden die Objekte jedesmal von Null auf ganz neu erfunden. Schlussendlich entstehen dabei technologisch und gestalterisch sehr unterschiedliche, eigenständige Keramik-Linien.

Hast Du Vorbilder im Bereich Gestaltung und Design, welche sind es und in welcher Weise haben sie Deine Arbeit geprägt.
Ja natürlich, meine Vorbilder sind Menschen einiger verwandter Berufe, darunter Maler, Zeichner, Designer es sind aber auch andere Berufe vertreten. Bei meinen Vorbildern, welche mir zeitweise sehr nahe stehen, beobachte ich jeweils ihre Arbeit und ihr Menschsein genau. Dann versuche ich, die guten Seiten dieser Menschen aufzunehmen. Dies bringt mich weiter zu mir selbst und hilft mir meine Identität zu finden und meine Arbeiten langsam zu verbessern.

Was würdest Du als Deinen grössten beruflichen Erfolg, was als grösste Befriedigung bezeichnen?

Waren die Highlights der SwissLine-Kauf von NHL-Hockeygoalie David Aebischer (jetzt bei HC-Lugano), meine exklusive Ausstellung an bester Lage der Zürcher Bahnhofstrasse (vor dem Feldpauschverkauf an PKZ), der Besuch von Lavinia Rosenthal in meinem Atelier in Lausanne (4. ex-Frau des deutschen Porzellanzars Philip), mein Vortrag vor über 6000 Personen am 1. Craft Summit Europe and Latin America (kurz vor Dr. Indrassen Vencatachellum von der UNESCO)?            
.... nein, Chabis!
Es ist eher so, das ich meine Chance packen konnte und seit bald 25 Jahren in diesem schwierigen Umfeld selbständig und unabhängig meine Positon etablieren und behaupten kann. Dies gegen die Kräfte einer globalisierten Konsumgesellschaft wo Marken wichtiger scheinen als Menschen.

Was möchtest du mit Deiner Arbeit (noch) erreichen, wo soll die Reise hingehen?

Meine neuste Kollektion „ColorNegro“ versinnbildlicht geradezu diese Reise: unsere jahrtausendealte Töpfertradition weiterführen und durch aktuelles Design erfrischen, den modernsten Anforderungen anpassen und diesen Gedanken weiterspinnen. So träume ich den Traum von ökologisch nachhaltig produzierten aktuellen Gebrauchswaren, in unserem Lande von Hand und mit Liebe hergestellt. Und hoffe dass einige Erdenmitbewohner diesen Traum mitträumen und mit überzeugten Ankäufen auch aktiv unterstützen. Mit Hilfe meiner Arbeiten möchte ich diese Wertvorstellungen vermehrt einem grösseren Publikum vermitteln: Für den Rest lasse ich mich gerne von der Zukunft überraschen.

Fragen: Adrian Knüsel, im März 2008